DSC05515

Das Haus der Betreuung ist eine spezialisierte sozialpsychiatrische Einrichtung mit vollstationärem Pflegebereich in offenen und geschlossenen Wohnformen, die außerhalb des Ortskerns in ländlicher Berglandschaft zwischen den Gemeinden Weiler-Simmerberg und Oberreute liegt. In die Gemeinde Weiler-Simmerberg sind es nur wenige Autominuten. Die medizinische Versorgung ist sichergestellt durch Fachärzte für Psychiatrie aus der Tagesklinik Lindau und des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Weissenau, durch Ärzte und Apotheken in Weiler und den umliegenden Gemeinden. Für die Notfallversorgung ist die Rotkreuzklinik Lindenberg das zentrale Krankenhaus und nur wenige Kilometer entfernt.


Leistungen im Haus der Betreuung

Im Haus der Betreuung werden erwachsene Menschen verschiedener Altersstufen mit geringer oder schwerer Pflegebedürftigkeit sowie psychiatrischen oder demenziellen Erkrankungen betreut und gepflegt. Hierbei bieten wir für jeden Versorgungsbedarf ein angepasstes Konzept.

 


Wohnen im Haus der Betreuung

Um den sehr individuellen Bedürfnissen der hier lebenden Bewohner gerecht zu werden, erfolgte im Sommer 2013 eine Aufteilung in drei unterschiedliche Wohnbereiche mit differenziertem und für die Bewohner bedarfsgerechtem sozialtherapeutischem Förderungsangebot.

1.       Sozialtherapie I / 3. Stock Hauptgebäude Untertrogen:

Betreuender und unterstützender Wohnbereich mit 3 Einzelzimmern und 7 Doppelzimmern

Diese Wohneinheit fungiert als Aufnahmestation für psychisch kranke und/ oder suchtmittelabhängige Erwachsene nach einer akuten psychischen Krise oder nach ihrer Entlassung aus einer psychiatrischen Klinik mit nachweislichen Schwierigkeiten, aufgrund ihrer Erkrankung eine annähernd eigenständige Lebensgestaltung zu bewältigen. Vorrangiges Ziel  dieses betreuenden Wohnbereichs ist, den Bewohnern nach akuter psychiatrischer oder suchtgefährdender Verfassung ein stabilisierendes Umfeld zu bieten. Zudem sehen wir unsere Aufgabe darin, vorhandene Ressourcen zu stärken und zu festigen, um nach erfolgter Stabilisierung einen Umzug in den weiter fördernden sozialtherapeutischen Bereich unserer Einrichtung zu ermöglichen.

Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die ganz speziellen Eigenheiten des einzelnen Bewohners gelegt. Individuelle Bedürfnisse werden wahrgenommen. Ein erhöhter Personalschlüssel und eine enge Zusammenarbeit des fachlich gut ineinandergreifenden Teams ermöglichen ein ganzheitliches Erfassen vorhandener Ressourcen mit  Erhebung des bestehenden Bedarfs sowie eine  gezielte Förderung des einzelnen Bewohners.

In diesem betreuenden Wohnbereich leben zudem Bewohner, die aufgrund einer langjährigen Suchtmittelabhängigkeit oder ihrer psychischen Erkrankung über wenig Chancen auf eine künftig eigenverantwortlich gestaltete Lebensführung verfügen und längerfristig Begleitung und Unterstützung in allen Lebensbereichen benötigen. Hier stehen entsprechend den Voraussetzungen der Bewohner der Erhalt vorhandener Ressourcen und die Vermeidung weiterer psychischer und/oder physischer Schäden im Vordergrund.

2.       Sozialtherapie II / Neubau Untertrogen:

Begleitender und hinsichtlich einer Wiedereingliederung fördernder Wohnbereich mit 14 Einzelzimmern und 7 Doppelzimmern

In der Sozialtherapie II, im Neubau unserer Einrichtung, wird den Bewohnern in drei voneinander weitgehend unabhängigen Wohnbereichen eine fördernde  Umgebung angeboten. Es sind drei  kleine Einheiten auf die Stockwerke verteilt, in denen jeweils 8 bis 11 Bewohner leben. Die modernen Zimmer sind barrierefrei, möbliert, mit einer Nasszelle ausgestattet und verfügen über einen Anschluss für Fernsehen und teilweise auch über einen Balkon oder Terrasse.

Mit Kleinmöbeln und kleinen persönlichen Gegenständen können unsere Bewohner ihre Umgebung individuell gestalten und sich damit ihre „private“ Umgebung schaffen. Auf jedem Stockwerk , bzw.  in jeder der drei Wohngruppen, befindet sich zentral ein Raum mit Küchenzeile, Essecke und Sitzgruppe. Hier ist der Ort, in dem Gemeinschaft innerhalb der jeweiligen Gruppe gelebt wird. In diesem Rahmen finden Interaktionen statt, soziale Kontakte werden geknüpft. Der Einzelne nimmt seine Individualität wieder wahr, es werden Bedürfnisse nach Akzeptanz, Anerkennung und Rückmeldung befriedigt.


Betreuung und Pflege

Grundlage unserer Tätigkeit ist das Pflegekonzept im Rahmen des Versorgungsvertrages nach §80 SGBXI. Die erforderliche Gleichstellung in der Sichtweise von körperlichen und psychischen Erkrankungen erfordert eine ergänzende Unterstützung in der Behandlung, Pflege und Betreuung der Bewohner.

Auf Grundlage der psychiatrischen Pflege wollen wir daher ergänzend die Vielfalt und Besonderheiten der psychiatrischen Krankheitsbilder berücksichtigen, die Krankheitssymptome mit den Mitteln unserer Betreuung, durch Krisenintervention in Gefährdungssituationen, Deeskalation in Krisensituationen und bei Bedarf durch Einzelbetreuung bessern, lindern oder eine Verschlimmerung versuchen zu vermeiden. Es wird daher für jeden Bewohner eine individuelle Pflegeprozessplanung erstellt, welche auch die Auswirkungen der jeweiligen psychiatrischen Erkrankung berücksichtigt.

Unterstützend sind hierbei neben der medizinischen Grundversorgung auch die Fachärzte für Psychiatrie in die Regelbehandlung eingebunden. Ergo- und Arbeitstherapeuten, im Bedarfsfall Krankengymnasten ergänzen sinnvoll die Behandlung und ermöglichen ein hohes Maß an Professionalität.

Pflege und Betreuung rund um die Uhr / 24 Stunden Erreichbarkeit

Durch das klassische Dreischichtsystem und eine dem Pflegeaufwand entsprechende personelle Besetzung sowie entsprechende materielle Ausstattung des Wohnbereiches ist eine angemessene Pflege und Betreuung der Bewohner über 24 Stunden gewährleistet. Alle Schichten sind mit Fachkräften besetzt. In der Nacht werden schwerstpflegebedürftige Bewohner ebenfalls von 2 Pflegekräften versorgt.

Betreuung für Demenzkranke

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der dementiell erkrankten Bewohnerin unseren Einrichtungen stark erhöht. Daraus ergibt sich natürlich eine Veränderung in der Bewohnerstruktur und somit auch in unserer täglichen Arbeit. Unser oberstes Ziel ist es daher, unseren an Demenz erkrankten Bewohnern eine höchstmögliche Lebensqualität zu bieten.


Aktivitäten und Gemeinschaft

Unser Leitbild der Sozialtherapie der Pflegeheime Fink wollen wir umsetzen, in dem wir als Team den Bewohnern durch eine geregelte Tagesstruktur helfen, wieder Verantwortung, für ihr Leben zu übernehmen. Um die Ziele zu erreichen, bemühen wir uns um eine gute und professionelle Zusammenarbeit mit den am Geschehen beteiligten Berufsgruppen.

Auch bei unterschiedlichen Denkansätzen versuchen wir stets, Kollegialität und Teamwork in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen.

Mit gezielten Freizeit- und Beschäftigungsangeboten streben wir eine erfüllende und bereichernde Lebensgestaltung unserer Bewohner an.  Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sollen hierbei gestärkt und eine Grundlage für das Erlernen neuer Fertigkeiten und Kompetenzen geschaffen werden. Vorhandene Vorlieben und Fertigkeiten der Bewohner sowie deren kognitive Fähigkeiten werden dabei berücksichtigt und gefördert. Unsere Unternehmungen finden meist in kleineren Gruppen statt. Die Schwerpunkte unserer Aktionen setzen wir auf

  • eine sinnvolle und bereichernde Tagesgestaltung,
  • das Erleben, in die Gemeinschaft eingebunden zu sein,
  • die Teilhabe am Leben in der Gruppe.

Infos zum Einzug, häufige Fragen

Zielgruppe für den sozialtherapeutischen Wohnbereich im Haus der Betreuung und das Haus Langenried sind mehrfach geschädigte chronisch suchtkranke Männer und Frauen mit mehreren Vorbehandlungen und langjährigen und z. T. schweren Krankheitsverläufen. Durch den langjährigen Suchtmittelmissbrauch kam es zum Teil zu  schweren  psychischen und physischen Folgeschäden, so dass diese Menschen zumeist außerstande sind, ein abstinentes und eigenständiges Leben zu führen und ohne fremde Hilfe den Lebensanforderungen gerecht zu werden.

Aufnahmemöglichkeit besteht auch für Menschen mit so genannten Doppeldiagnosen aus den Bereichen Sucht / Psychiatrische Erkrankung

Körperliche Störungen

Durch den Lebenswandel und langjährigen Suchtmittelmissbrauch können schwere körperliche Schäden vorliegen. Insbesondere bei den inneren Organen, des Gehirns (Korsakow-Syndrom, Alkoholdemenz, Kleinhirnatrophie…) und des Bewegungsapparates (Polyneuropathien).

Psychische Störungen

In Folge hirnorganischer Veränderungen treten Beeinträchtigungen im psychischen Bereich auf, diese wirken sich auf Antrieb, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Intelligenz, der Aufmerksamkeit und Konzentration, des Affektes und der Emotionalität, der Kritikfähigkeit und dem sozialen Kontaktverhalten negativ aus. Die Fähigkeit zur Krankheitseinsicht und Fähigkeit zu reflektieren kann stark beeinträchtigt sein. Urteils- und Kritikfähigkeitschwächen sind die Vorraussetzung für eine Integration der Wahrnehmung, des Erkennens, des Erlebens und Handelns. Gedächtnislücken werden durch Pseudoerinnerungen ausgefüllt. Die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Leistungsniveau ist beträchtlich.

Soziale Störungen

Suchtmittelabhängige Menschen haben oft ihren sozialen Rahmen verloren, d.h., die familiären Bindungen und sozialen Kontakte sind abgebrochen o. gestört, der Arbeitsplatz ging verloren. Freizeitgestaltung wurde zu Gunsten des Suchtmittelkonsums aufgegeben. Es kommt zu einem Verfall der moralischen Werte der früheren Persönlichkeit verbunden mit Entwurzelung, Verwahrlosung, finanzieller Not und Verschuldung, Kleinkriminalität wie Diebstahl und Zechprellereien. Isolation und Vereinsamung nehmen zu.


Aufnahmevoraussetzung

Bereitschaft oder Notwendigkeit zu einer suchtmittelfreien Lebensweise.

Der Mensch sollte in einer sozialen Gemeinschaft leben wollen und die Voraussetzungen dafür mitbringen, d.h., die Bereitschaft, mit anderen zu kommunizieren, und Aufgaben in der Gemeinschaft übernehmen.

Aufgenommen werden in der Regel Menschen im Anschluss an die Behandlung in psychiatrischen Krankenhäusern im Rahmen der stufenweisen Wiedereingliederung.

 

Aufnahmeverfahren

Die Aufnahme in den sozialtherapeutischen Bereich ist freiwillig oder erfolgt mit Unterbringungsbeschluss. Alle Beteiligten sollten die Möglichkeit haben, sich kennen zu lernen. Dies geschieht durch ein Kontaktgespräch, nach Vorstellung durch die einweisende Stelle (Beratungsstelle, Gesundheitsämter, Bezirkskrankenhäuser, Berufsbetreuer, Angehörige…).

Vor Aufnahme müssen folgende Unterlagen vorliegen:

  • Kostenzusage: Anspruchsgrundlage ist ein Antrag auf Wiedereingliederungshilfe nach §§39/40 BSHG beim überörtlichen Sozialhilfeträger oder als Selbstzahler
  • Gesundheitszeugnis
  • Sozialbericht
  • Arztbericht
  • Aufnahmebogen

 

Bei Fragen und zur Beratung stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung!

 

Kontakt:

Haus der Betreuung
Untertrogen 2
D-88171 Weiler-Simmerberg
Tel. +49 (0) 8387 / 9207 – 0
Fax +49 (0) 8387 / 9207 – 16